Der Verein


Die Anfangszeit des SV Listrup 1949-1999!*

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*Auszüge aus der Vereinschronik „50 Jahre SV Listrup, Stationen unserer Vereinsgeschichte 1949-1999“

 Die Gründung

Der Sportverein Listrup wurde am 15. Juli 1949 auf Initiative von Dr. Konrad Schulte-Einhaus, Bernhard Seybering und den Brüdern Wilhelm und Josef Hagspihl sowie dem damaligen Bürgermeister Johanning gegründet.

Die Gründermannschaft des SVL von 1949

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von links: Josef Berger, Theo Wobbe, Gerd Nowald, Josef Arens, Bernhard Seybering, Josef Ansorge (Torwart);  

Gerhard Wobbe, Gerd Berger, Hermann Berger, August Egbers, Werner Peek.

Fussball wurde allerdings schon vorher in Listrup gespielt. Dr. Konrad Schulte-Einhaus, Wilhelm Hagspihl und andere gründeten bereits 1932 im Rahmen der „Deutschen Jugend Kraft“ einen Sportverein in Listrup. Aufgrund der konfessionellen Basis – die „Deutsche Jugend Kraft“ war ein katholischer Sportverein – wurde der Verein aber schon 1934 von den Nazis wieder aufgelöst.

Mit der Gründung des Sportverein Listrup war die organisatorische Voraussetzung 1949 für die Aufnahme des Sportbetriebes geschaffen. Der „SV Listrup“ wurde zunächst als reinem Fussballclub aus der Taufe gehoben und in der 2.Kreisklasse eingestuft. Bei Klümper wurde dazu ein „Eröffnungsball“ veranstaltet. 

Der Sportplatz

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Fußballspielen kann man immer, auch wenn’s auf einer Wiese ist.

Noch vor dem offiziellen Gründungstermin wurde am 22.Mai 1949 ein Freundschaftsspiel gegen Blau-Weiss Lünne ausgetragen, welches mit 4:2 gewonnen wurde. Nachdem vor 1949 vor allem bei Schulte-Einhaus – aber auch bei Beestermöller und auf Kampings Esch auf einer Wiese gespielt wurde, gelang es nach der Vereinsgründung bei Giesken auf dem heutigem Hauptplatz eine Fläche anzupachten und dort einen Sportplatz herzurichten.

Hierzu bedurfte es einer großen Anstrengung von allen Verantwortlichen, da es für die Erdarbeiten noch keine Raupen und Bagger gab, sondern mit Schüppen, Gleisen und Loren gearbeitet werden mußte. Viele Listruper Landwirte halfen mit ihren Pferdegespannen aus. Auch nach dem herrichtem des Sportplatzes war das Spielfeld in einem – verglichen mit dem heutigen Platzverhältnissen  „katastrophalen“ Zustand. Der sandige Boden war mit einer großen Zahl von Steinen übersät. Der Platzzustand mußte in den Folgejahren wohl des öfteren für das Erklären von kaum erwarteten Niederlagen, ob nun der Heim- oder Auswärtsmannschaft herhalten…

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Ab September 1949 konnten die Listruper das runde Leder endlich auf einem „richtigem“ Sportplatz treiben

  • Der Spielbetrieb wurde aufgenommen

 Die  Mannschaft des SVL nahm im Herbst 1949 den Spielbetrieb in der 2.Kreisklasse auf, das 1.Meisterschaftsspiel am 18.September 1949 beim SV Wettrup endete 4:4 Unentschieden. Nachdem die Mannschaft zunächst in der 2.Kreisklasse vornehmlich gegen Reservemannschaften anzutreten hatte, gelang in der Saison 1951/1952 der Aufstieg in die damals schon sehr starke 1.Kreisklasse wo man sich u.a. mit dem SC Spelle/Venhaus, Alem. Salzbergen, Conc. Emsbüren, SV Biene, SG Freren und FC Leschede auseinanderzusetzen. In den 50er Jahren wurde in dieser Klasse zumeist ein gesicherter bzw. oberer Mittelfeldplatz erreicht.

 

Ab 1955 nahmen auch zeitweilig eine 2. und Jugendmannschaft am Spielbetrieb teil, die jedoch aus Spielermangel 1985 wieder zurückgezogen wurde. Die Spielklassen in den 50er und 60er Jahren umfassten mit meistens 11-12 Mannschaften noch nicht soviele Mannschaften wie heute.

Trainiert wurde im Sommer meistens einmal pro Woche, im Winter fast überhaupt nicht. Auch ansonsten war gegenüber heute einiges anders: Umkleidekabinen gag es nicht, es stand lediglich eine Barake am Sportplatz, in der es aber keine Duschen gab. Dafür gab es eine Wasserpumpe, einen großen Tonkrug und Waschüsseln. Im Sommer ging es nach dem Spiel auch schon mal zur nahegelegenen Ems. Als Umkleidekabine fungierte lange Hagspihls Backstube. Die Trikots mußte jeder selbst mit nach Hause nehmen und waschen. Die Bälle waren beim Schuster deponiert, der diese bei Bedarf auch flickte. Der Platz wurde für die Spiele von den Spielern hergerichtet, letzendlich war der Kapitän dafür verantwortlich. Die Außenlinien markierte man damals praktischerweise mit Sägemehl.

  • Pokalturnier mit über 1000 Zuschauern

In den 50er und 60er Jahren gab es im Sommer eine Vielzahl von Pokalturnieren, die die jeweiligen Vereine ausrichteten. Auch der SV Listrup organisierte insbesondere in den 50er Jahren ein meist sehr gut besuchtes jährliches Pokalturnier, zu dem die umliegenden Vereine eingeladen wurden. Zu diesem Pokalturnier wurden die ankommenden Vereine immer mit dem Spielmannzug Leschede angeholt und zum Sportplatz begleitet. Aus Anlaß des 10 jährigen Bestehens wurde auch am 09.August 1959 ein Pokalturnier veranstaltet, zu dem über 1000 Zuschauer kamen.

Die 60er Jahre

So erfolgreich, wie die 50er Jahre endeten, ging es in den 60er Jahren leider nicht weiter. Nachdem man sich noch in der Saison 1960/61 erfolgreich gegen den Abstieg aus der 1.Kreisklasse wehrte, mußte die 1.Mannschaft 1962 wieder in die 2.Kreisklasse absteigen. Ab jetzt begann die schwerste Zeit in der Vereinsgeschichte.

  • Geburtenschwache Jahrgänge brachten Nachwuchsprobleme

Dr. Konrad Schulte-Einhaus schreibt in seiner Rede zum 25jährigen Jubiläum des Vereins: „Bedingt durch die schwachen Geburtenjahrgänge war es nur unter größten Schwierigkeiten und unter Einbeziehung von alten Herren möglich, überhaupt 11 Mann auf die Beine zu stellen. Der SV Listrup kann aber für sich in Anspruch nehmen, diese schwierigen Jahre gemeistert zu haben – ein Hauptverdienst von Gerhard Berger, der damals einige Jahre den Vorsitz hatte, und seinem Bruder Ludwig Berger, der damals wie heute – und hoffentlich auch zukünftig – als fußballbegeisteter Idealist sehr viel für den Verein und seine Mannschaften getan hat“ Andere Vereine wie z.B. Baccum, Thuine, Messingen, Andervenne und Freren, mußten aufgrund der damaligen Probleme sogar vorübergehend den Spielbetrieb einstellen. Ab dem Jahr 1967 ging es mit dem SV Listrup wieder bergauf. In diesem Jahr nahm eine Jugendmannschaft und 1969 eine Schülermannschaft den Spielbetrieb auf.

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1965 von links: Ludwig Berger, Hubert Wesenberg (Torwart), Franz Hüntelmann, Franz Vohs, Bernd Meyering, Werner Bünker, Josef Berger, Heini Meyering, Franz Lakemeier, Aloys Dall, Franz Hindricks

Seit Mitte der sechziger Jahre konnte auch im Herbst und Winter abends trainiert werden, da man mittels Strahlern auf ca. 5 bis 6 Meter hohen Holzmasten etwa ein Viertel des Spielfeldes ausleuchten konnte. Die Kabel wurden dabei unter dem Spielfeld „verbuddelt“.

Die 70er Jahre

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Der Aufwärtstrend Ende der 60er Jahre setzte sich auch in den 70er Jahren fort. Es spielten jetzt verstärkt auch Spieler aus den Nachbargemeinden Holsten/Bexten und Moorlage. 1970 nahm die 2.Mannschaft ihren Spielbetrieb wieder auf, den sie bekanntlich bis heute fortführt. Ab dem selben Jahr kamen noch eine weitere Jugend- und eine Knabenmannschaft hinzu. Die erste Mannschaft mußte allerdings zunächst noch in der 2. Kreisklasse verweilen.

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Im Herbst 1970/ Frühjahr 1971 wurde mit dem Bau  der Umkleidegebäude begonnen. Am Samstag, 03. Juni 1971 gab es dann ein Altherren-Spiel anläßlich der Einweihung der neuen Kabinen. Dort standen sich ehemalige Aktive, die nicht mehr in Listrup wohnten, Männern über 28 Jahren, die noch ansässige Listruper waren, gegenüber. 
 

1974: 25-jähriges Vereinsjubiläum

Nach weiteren vier Jahren in der 2.Kreisklasse konnte pünktlich zum 25jährigen Vereinsjubiläum die 1.Mannschaft wieder in die 1.Kreisklasse aufzusteigen. Das Silberjubiläum wurde mit einem Festkommers im Jugendheim und verschiedenen Freundschaftsspielen und Pokalturnieren gefeiert. Betrachten wir die Entwicklung unserer Fußballabteilung weiter, dann stoßen wir auf das Jahr 1975, als man auf dem Pokalturnier zur Sportplatzeinweihung von Concordia Emsbüren den ersten Platz errang und sich dabei gegen klassenhöher spielenden Mannschaften von Leschede, Lohne und Emsbüren durchsetzte.

 

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  • Zweiter Sportplatz nötig

Durch den zunehmenden Spielbetrieb war die Errichtung eines zweiten Sportplatzes nötig geworden, so daß 1975 neben dem „alten“ der „neue“ Sportplatz hergerichtet wurde, der am Sonntag, 27.Juli 1975 im Rahmen eines Pokalturnieres eingeweiht wurde. Als teilnehmende Mannschaften waren auf dem neuen grünen Rasen folgende Mannschaften dabei: FC Leschede, Conc. Emsbüren,  Alem. Salzbergen sowie Suddendorf-Samern. Das Zwischenspiel fand gegen 15:00 Uhr statt; es wurde zwischen Neuenkirchen und Listrup bestritten. Am Samstag, dem 26.Juli 1975 wurde ein Jugendspiel und ein Spiel der ehemaligen, auswärtigen Spieler des SV Listrup gegen die „Alten Herren“ des SVL ausgetragen. Am Abend fand ein gemütliches Beisammensein der Spieler mit Einwohnern von Listrup, Holsten-Bexten und Moorlage statt.

  • „Alte Herren“- Gründung

Im Jahr 1976 gründeten die SV-Aktiven die Alte-Herren-Mannschaft, die fortan Freundschaftsspiele gegen Nachbarvereine wie z.B. Salzbergen, Leschede, Emsbüren, Altenrheine, u.a. absolviert.

Mitte der 70er Jahre entwickelte sich ein sehr guter „Fußball-Jugend-Jahrgang, der Jahr für Jahr erfolge feiern konnte. So gelang es dem Team 1973/74 Meister in der Kreisklasse der B-Jugend, 1974/75 Meister der A-Jugend-Kreisklasse und schließlich 1975/76 auf Anhieb A-Jugend-Meister in der Kreisliga zu werden.

 

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Als einige Spieler aus dieser A-Jugend-Mannschaften 1976 in die Senioren wechselte, setzten sich diese erfolgreichen Jahre fort, indem die 1.Mannschaft in der Saison 1976/77 erstmals in der Vereinsgeschichte die Meisterschaft in der 1.Kreisklasse erringen und in die Kreisliga aufsteigen konnte.

  • 1976 gab Dr. Schulte-Einhaus das Amt des Vorsitzenden ab

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Im Protokoll der Generalversammlung vom 16. Juli 1976 ist festgehalten das Dr. Konrad Schulte-Einhaus seinen Rücktritt als 1.Vorsitzender unseres Vereines bekannt gab. Er hatte das Amt seit der Gründung im Jahr 1949 fast ohne Unterbrechung ausgeübt. Als sein Nachfolger wurde Bernhard Hinricks zum neuen 1. Vorsitzenden gewählt.

 

  • Jetzt auch Tischtennis

Auf der Generalversammlung wurde zudem auf Antrag von Ludwig Heuking die Gründung einer Tischtennisabteilung beschlossen. Der Spielbetrieb sollte im Herbst aufgenommen werden. Gespielt wurde in der alten Schule in Listrup, ca. 10 Mitglieder traten dieser neuen Abteilung des SV Listrup bei. Auch die Eröffnung einer Alt-Herren-Mannschaft wurde besprochen. Das Eröffnungsspiel fand schon kurz darauf, am 31.Juli 1976 zum Auftakt des Pokalturniers statt. Leider mußten die meisten Mitglieder der Tischtennisabteilung aus beruflichen Gründen in andere Orte ziehen. Daher wurde die Abteilung im Jahre 1979 wegen Spielermangels wieder aufgelöst.

  •  Gute Rolle in der Kreisliga

In der Kreisliga spielte die 1.Mannschaft eine gute Rolle und konnte z.T. sogar in der Spitzengruppe mithalten. Zu Beginn der ersten Saison in der Kreisliga kamen 1977 zum Heimspiel gegen Salzbergen über 600 Zuschauer. Dieses Spiel ging leider mit 1:3 verloren.

Nachdem die Fußballer bisher immer von „nebenamtlichen“ Trainern trainiert wurden, zuletzt von 1974-1979 von Ludwig Berger, wurde ab der Saison 1979/1980 erstmals mit Günther Möring ein „hauptamtlicher“ Trainer eingestellt.

Am 30.Juni 1979 starb der Ehrenvorsitzende und Mitbegründer des Sportvereins Listrup, Dr. Konrad Schulte-Einhaus.

  • Erste F-Jugend kam 1979/80

In der Saison 1979/80 konnte der SV Listrup erstmals eine F-Jugend aufbieten, die von Ludwig Berger trainiert und betreut wurde. Sie erreichte das Kreispokalfinale auf Kreisebene, welches jedoch mit 0:4 gegen SG Freren verloren wurde.

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Die 80er Jahremoering_1980 namen_moering_1980

Auch zu Beginn der 80er Jahre hielt sich unsere 1.Mannschaft sehr gut in der Kreisliga, gehörte zeitweise sogar zum Kreis der Mitfavoriten für den Aufstieg in der Bezirksklasse. Mit Bernd Bünker (BB) verfügte sie in den 80er bis in die 90er Jahre hinein über einen hervorragenden Torjäger, der fast in jeder Saison um die 35 Tore schoß und somit auch laufend Angebote von höherklassigen Vereinen erhielt. Dennoch widerstand er allen Verlockungen und hielt „seinem“ SV Listrup die Treue.

1980 wurde beschlossen unseren Sportverein beim Amtsgericht Lingen eintragen zu lassen. 1981 fand erstmalig der Sportlerball statt. Als Höhepunkt des Abends war eine tolle Tombola arrangiert worden. Damals wie heute lockte als Hauptgewinn ein Fahrrad. Der Hit auf diesen Bällen war stets der Auftritt der Damen der Gymnastikgruppe mit einigen einstudierten Tänzen. Leider ging dieser schöne Brauch nur bis 1985, dann löste sich die Tanzgruppe auf.

Und es ward Licht…

1980-1981 wurde auf beiden Sportplätzen mit viel Eigenleistung wieder gebaut. Der „alte“ Sportplatz wurde innerhalb eines Jahres aufgefüllt und runderneuert, so daß aus dem „steinigen Acker“ ein ansehnlicher Fussballplatz wurde. In dieser Saison spielte man zum Teil auf dem Ausweichsportplatz bei Meyering. Der „neue“ Platz“ bekam 1981 eine Flutlichtanlage, die dafür sorgte, daß ab jetzt auch im Herbst und Winter abends hervorragende Trainingsbedingungen vorhanden waren.

Da bei der Montage der Flutlichtmasten Schnee lag, mußten die Masten auf Schlitten über den Platz transportiert werden. Die Anlage wurde am 27.März 1981 mit einem „10.000 Watt-Spiel“ von renomierten älteren, nichtaktiven Athleten eingeweiht.

In einem Freunschaftsspiel gegen TuS Lingen zur Einweihung des erneuerten „alten“ Platzes notiert die Chronik im Sommer 1981 eine 1:4 Niederlage für unsere 1.Mannschaft.

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Dritte Mannschaft gegründet

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In jenem Sommer wurde auch die 3.Mannschaft des SV Listrup gegründet. Diese spielte fortan meist in der unteren Hälfte der 3.Kreisklasse. In der ersten Spielsaison belegte sie zwar einen Platz am Ende der Tabelle, wurde aber als fairste Mannschaft des Emslandes ausgezeichnet. Legendär sind die Halbzeitsitzungen der „Dritten“ in den Wintermonaten mit Tee und Rum…. Leider liegt davon kein Bildmaterial (?) vor. D-Jugend – Match gegen Bayer Leverkusen In den Jahren 1982 und 1983 konnte die D-Jugend des SV Listrup zwei Freundschaftsspiele gegen die vom ehemaligen Listruper Spieler Helmut Scheinert betreute D-Jugend von Bayer Leverkusen austragen.